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Fadenlifting: Haltbarkeit, Risiken und Ablauf der Behandlung

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Ein Fadenlifting kann die Gesichtskontur dezent und vorübergehend verändern, sofern Haut und Gewebe dafür geeignet sind. Wie lange das Ergebnis sichtbar bleibt, hängt vom Fadensystem, der behandelten Region und der Gewebebeschaffenheit ab. Eine feste Wirkdauer lässt sich nicht zusagen. Auch ein Ergebnis, das zwei Jahre lang anhält, ist nicht garantiert.

Zur Entscheidung gehören auch die Erholungszeit und mögliche Risiken. Nach der Behandlung können Blutergüsse, Schwellungen und Druckempfindlichkeit auftreten. Mögliche Komplikationen sind anhaltende Hauteinziehungen, Asymmetrien, Infektionen sowie sichtbare oder durch die Haut hervortretende Fäden. Lassen Sie sich deshalb erklären, was die Behandlung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.

Was bewirkt ein Fadenlifting?

Bei einem Fadenlifting werden medizinische Fäden unter die Haut eingebracht. Je nach Fadentyp sollen sie das Gewebe stützen oder anheben oder die Hautfestigkeit allmählich verbessern. Vor dem Einsetzen werden die Behandlungsbereiche markiert, die Haut desinfiziert und die betreffenden Stellen örtlich betäubt.

Überschüssige Haut lässt sich mit Fäden nicht entfernen. Bei deutlich erschlafftem Gewebe reicht ein Fadenlifting deshalb möglicherweise nicht aus, um die gewünschte Veränderung zu erreichen. Im Vorgespräch sollte zunächst geklärt werden, was Sie stört und wodurch die Veränderung entstanden ist.

Glatte Fäden und Liftingfäden erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Es gibt unterschiedliche Fadensysteme, darunter PDO-Monofäden, COG-Fäden, APTOS und Silhouette Soft. PDO-Monofäden sind glatte Fäden aus Polydioxanon, die der Körper nach und nach abbaut. Sie sollen die Hautstruktur und Hautfestigkeit allmählich verbessern. Einen vergleichbaren mechanischen Hebeeffekt wie verankerte Liftingfäden bieten sie nicht.

COG-Fäden verankern sich mit kleinen Widerhaken im Gewebe. Bei Silhouette Soft übernehmen kleine Kegel diese Funktion. APTOS umfasst verschiedene Systeme, die je nach Behandlungsziel ausgewählt werden. Fragen Sie nach dem genauen Fadentyp, seinem Material und der vorgesehenen Wirkung; der Markenname allein erklärt diese Unterschiede nicht.

Wie lange hält ein Fadenlifting?

Wie lange ein Fadenlifting sichtbar wirkt, lässt sich nicht mit einer einzigen, wissenschaftlich gesicherten Zeitspanne beantworten. Dabei ist zu unterscheiden, wie lange die Fäden im Gewebe verbleiben, wie lange sie es sichtbar anheben und wie sich die Haut entwickelt. Eine Einschätzung zur Haltbarkeit sollte sich daher auf das konkrete Fadensystem und die behandelte Region beziehen.

Eine 2025 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit wertete zwölf Studien mit insgesamt 818 behandelten Personen aus. Die Studien zeigten unmittelbar nach der Behandlung ästhetische Verbesserungen. Für eine langfristige Wirksamkeit fehlten jedoch ausreichende Belege. Die längste Nachbeobachtung dauerte zwei Jahre. Das bedeutet nicht, dass der Liftingeffekt bei allen Teilnehmenden während dieser gesamten Zeit deutlich sichtbar blieb.

Fragen Sie bei Angaben zur Haltbarkeit nach, was damit gemeint ist: die Abbaudauer des Materials, ein messbarer Hebeeffekt, eine festere Haut oder die Zufriedenheit der behandelten Personen? Diese Kriterien beschreiben unterschiedliche Ergebnisse.

Warum Ergebnisse unterschiedlich ausfallen können

Bei der Planung spielen unter anderem die Hautdicke, das Gewicht des Gewebes, das Ausmaß der Erschlaffung und frühere Behandlungen eine Rolle. Ärztlich muss geprüft werden, ob die vorgesehenen Fäden die jeweilige Region ausreichend stützen können. Ergebnisse an den Wangen lassen sich beispielsweise nicht ohne Weiteres auf die Augenbrauen übertragen.

Besprechen Sie, welche Veränderung Sie erreichen möchten und wie das Ergebnis beurteilt werden soll. Vergleichsfotos mit gleicher Beleuchtung und demselben Gesichtsausdruck können bei der Kontrolle hilfreich sein.

Wann lässt sich das Ergebnis beurteilen?

Bei Fäden, die das Gewebe anheben oder verlagern, kann schon kurz nach der Behandlung eine Veränderung sichtbar sein. Schwellungen und die Anpassung des Gewebes beeinflussen das Erscheinungsbild jedoch noch in den folgenden Wochen. Bei glatten Fäden entwickeln sich mögliche Veränderungen der Haut allmählicher.

Nach einer Behandlung mit PDO-Monofäden lässt sich die Entwicklung der Haut über etwa sechs bis zwölf Wochen beurteilen. Bei Silhouette Soft kann eine Kontrolle nach zwei bis drei Monaten sinnvoll sein. Diese Zeitangaben betreffen die Beurteilung des Ergebnisses. Sie sagen weder aus, wie lange Schwellungen anhalten, noch wie lange das Ergebnis bestehen bleibt.

Klären Sie vorab, wann eine Kontrolle vorgesehen ist und wie Sie die Praxis bei Beschwerden erreichen. Lassen Sie sich erklären, welche Veränderungen zum Heilungsverlauf gehören können und welche Sie melden sollten. Bei der Kontrolle wird das Ergebnis beurteilt; weitere Fäden sind deshalb nicht automatisch erforderlich.

Welche Risiken hat ein Fadenlifting?

Frühe Reaktionen und Erholungszeit

Nach der Behandlung können Blutergüsse, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und vorübergehende Hauteinziehungen auftreten. Manche Menschen spüren ein Ziehen oder können den Mund zunächst nur eingeschränkt oder unter Schmerzen öffnen. Solche Beschwerden können das Essen, die Arbeit und private Termine beeinträchtigen, auch wenn keine schwerwiegende Komplikation vorliegt.

Nach einer Behandlung mit PDO-Monofäden oder Silhouette Soft können sichtbare Behandlungsspuren etwa drei bis sieben Tage anhalten. Schwellungen und Blutergüsse bleiben mitunter länger bestehen. Auch wenn sie bereits abgeklungen sind, kann es nötig sein, Sport oder bestimmte Gesichtsbewegungen noch zu vermeiden. Maßgeblich sind die Nachsorgehinweise für das verwendete Fadensystem.

Komplikationen, die eine Behandlung erfordern können

Zu den möglichen Komplikationen gehören anhaltende Unregelmäßigkeiten der Kontur, unerwünschte Asymmetrien, Infektionen, Gefühlsstörungen sowie sichtbare oder tastbare Fäden. Ein Faden kann auch durch die Haut hervortreten. Weitere mögliche Probleme sind Nervenreizungen und anhaltende Schmerzen.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2021 mit 26 Studien ermittelte Häufigkeiten von 35 Prozent für Schwellungen, 10 Prozent für Hauteinziehungen und 2 Prozent für Infektionen. Diese zusammengefassten Werte stammen aus unterschiedlichen Studien und Behandlungstechniken. Sie erlauben keine Vorhersage Ihres persönlichen Risikos. Zudem erfassen sie sowohl frühe Reaktionen als auch Probleme mit unterschiedlicher medizinischer Bedeutung.

Bei manchen Komplikationen müssen Fäden korrigiert oder entfernt werden. Dadurch lässt sich die Behandlung allerdings nicht immer vollständig rückgängig machen. Wie aufwendig eine Entfernung ist und ob sie gelingt, hängt unter anderem vom Fadentyp, seiner Lage und dem Heilungsverlauf ab.

Wann sollten Sie die Praxis kontaktieren?

Wenden Sie sich zeitnah an die behandelnde Praxis, wenn Rötung oder Überwärmung zunehmen, Sekret austritt, Fieber auftritt oder sich Schmerzen verschlimmern. Auch eine ausgeprägte Asymmetrie, ein sichtbarer Faden, neu auftretende Muskelschwäche oder deutliche Gefühlsveränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Ziehen Sie nicht an einem hervortretenden Faden, schneiden Sie ihn nicht ab und schieben Sie ihn nicht unter die Haut zurück. Massieren Sie Einziehungen oder unregelmäßige Stellen nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung. Bei schweren oder rasch zunehmenden Beschwerden brauchen Sie dringend medizinische Hilfe, auch außerhalb der Sprechzeiten Ihrer Praxis.

Für wen kommt ein Fadenlifting infrage und wann sind Alternativen sinnvoll?

Ein Fadenlifting kann bei leichter Hauterschlaffung oder abgesunkenem Gewebe infrage kommen. Ob es geeignet ist, hängt nicht allein vom Alter ab. Entscheidend sind unter anderem der Hautzustand, die Dicke und das Gewicht des Gewebes, die Mimik sowie Vorerkrankungen und frühere Eingriffe.

Bei ausgeprägtem Hautüberschuss oder dem Wunsch nach einer stärkeren, länger anhaltenden Straffung kann eine chirurgische Beratung sinnvoll sein. Geht es vor allem um Volumenverlust oder eine veränderte Hautoberfläche, kommen möglicherweise andere Verfahren eher infrage. Die Wahl der Behandlung sollte sich danach richten, welche Veränderung Sie erreichen möchten.

Sie können sich auch gegen eine Behandlung entscheiden. Ob eine voraussichtlich kleine Verbesserung die Erholungszeit, die Kosten und das Risiko einer späteren Korrektur rechtfertigt, ist eine persönliche Abwägung.

Vorbereitung und Nachsorge beim Fadenlifting

Berichten Sie im Vorgespräch von früheren Eingriffen im Gesicht und bereits eingesetzten Fäden. Nennen Sie blutverdünnende Medikamente, Gerinnungsstörungen, Hautinfektionen, eine Neigung zu auffälligen Narben und geplante Zahnbehandlungen. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab. Bei einer akuten Infektion oder ausgeprägten Entzündung muss der Eingriff möglicherweise verschoben werden.

Halten Sie den behandelten Bereich sauber und vermeiden Sie Massage, Zug oder Druck. Versuchen Sie nicht, den Halt der Fäden zu testen. Je nach Verfahren kann es nötig sein, für ein bis zwei Wochen auf anstrengenden Sport, Sauna, starke Hitze und intensive Gesichtsbehandlungen zu verzichten. Anfangs kann außerdem empfohlen werden, kräftiges Kauen und ein sehr weites Öffnen des Mundes zu vermeiden.

Lassen Sie sich erklären, welche Empfehlungen für Ihre Schlafposition, Sport, Zahnarzttermine und weitere Gesichtsbehandlungen gelten. Schriftliche Hinweise zur Vor- und Nachsorge helfen Ihnen, diese zu Hause nachzulesen. Vorrang haben die individuellen Anweisungen Ihrer behandelnden Praxis.

Welche Fragen sollten Sie vor der Entscheidung stellen?

Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch sollten Sie die folgenden Fragen beantworten können:

  • Welches Fadensystem ist vorgesehen: Soll es das Gewebe anheben oder die Hautfestigkeit allmählich verbessern?
  • Welche Veränderung ist bei meiner Haut und meinem Gewebe realistisch, und welche Alternativen gibt es?
  • Wie lange wird das Ergebnis voraussichtlich anhalten, und worauf beruht diese Einschätzung?
  • Wie viele Fäden und welche Behandlungsbereiche sind im schriftlichen Kostenvoranschlag enthalten?
  • Wann wird das Ergebnis kontrolliert und an wen kann ich mich bei Problemen wenden?
  • Wie werden anhaltende Hauteinziehungen, sichtbare Fäden oder Asymmetrien behandelt und welche zusätzlichen Kosten können entstehen?

Bitten Sie um einen schriftlichen Kostenvoranschlag, der das Fadensystem, die Anzahl der Fäden, die behandelten Bereiche und die vereinbarten Kontrollen aufführt. Klären Sie auch mögliche Kosten für die Untersuchung oder Korrektur eines unerwünschten Ergebnisses.

Häufige Fragen zum Fadenlifting

Hält ein Fadenlifting immer zwei Jahre?

Nein. Wie lange das Ergebnis anhält, hängt vom System, der behandelten Region und Ihren individuellen Voraussetzungen ab. Lassen Sie sich erklären, welche Wirkdauer beim vorgeschlagenen Verfahren realistisch ist und wie verlässlich sie sich einschätzen lässt.

Verschwindet das Ergebnis sofort, wenn sich die Fäden auflösen?

Nicht zwangsläufig. Der Körper baut die Fäden nach und nach ab; die sichtbare Wirkung kann sich in einem anderen Tempo verändern. Auch eine mögliche Anregung der Kollagenbildung lässt keine genaue Aussage darüber zu, wie lange das Gewebe angehoben bleibt.

Sind Hauteinziehungen immer eine Komplikation?

Einziehungen können in der frühen Phase nach der Behandlung auftreten. Bleiben sie bestehen, sind sie ausgeprägt oder nehmen sie zu, ist eine ärztliche Beurteilung erforderlich. Die behandelnde Praxis sollte erklären, welche Veränderungen zu erwarten sind und wann eine Kontrolle nötig ist.

Ist ein Fadenlifting kurz vor einem wichtigen Anlass sinnvoll?

Planen Sie genug Zeit ein, damit sichtbare Behandlungsspuren abklingen können und eine Kontrolle möglich ist. Direkt nach dem Eingriff lässt sich das endgültige Ergebnis noch nicht beurteilen. Nennen Sie den geplanten Anlass im Vorgespräch, denn Blutergüsse, Schwellungen und Unregelmäßigkeiten der Kontur können länger anhalten als erwartet.

Passt ein Fadenlifting zu Ihren Zielen?

Die verschiedenen Fadenlifting-Verfahren unterscheiden sich in ihrer Wirkung und ihren Einsatzmöglichkeiten. Im Beratungsgespräch sollte klar werden, ob Fäden für Ihre Haut und Ihr Gewebe geeignet sind, welches System vorgesehen ist und wie Erholung und Nachsorge ablaufen. So können Sie den erwarteten Nutzen, die Risiken und den Aufwand gegeneinander abwägen.